PEP Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie

Definition und methodisches Vorgehen

Klopftechniken sind eine Gruppe psychotherapeutischer Methoden, bei denen spezifische Hautpunkte (aus der Akupunktur übernommen) mit den Fingern beklopft werden, während der Patient auf eine belastende Emotion oder Erinnerung fokussiert.

Das Standard-Sitzungsprotokoll

  1. Aktivierung: Mentale Aktivierung des Themas durch gezieltes Nachfragen zu inneren Bildern, Körpergefühlen und Gedanken.
  2. SUD-Skala: Einschätzung der Belastung auf der „Subjective Unit of Distress“-Skala (0–10).
  3. Selbstakzeptanz-Affirmation: Aussprechen eines Satzes wie: „Auch wenn ich dieses Problem habe, achte und schätze ich mich so, wie ich bin“, während ein Punkt unter dem Schlüsselbein gerieben wird.
  4. Klopffolge: Rhythmische Stimulation von 7 bis 16 Hautpunkten an Hand, Gesicht und Rumpf während der Konfrontation.
  5. Zwischenentspannung (9-Gammut-Sequenz): Eine spezifische Folge von Augenbewegungen, Summen und Zählen zur weiteren Regulation.
  6. Re-Evaluierung: Erneute Messung des SUD-Werts, bis dieser auf ein Minimum (0–3) gesunken ist.

 

Zentrale Idee von PEP

Emotionale Blockaden lösen – Selbstwirksamkeit stärken – Körper und Psyche integrieren.

Gemäss der Aussage des Neurobiologen Antonio Damasio, dass der Körper als die Bühne der Gefühle betrachtet werden kann, kann man die Klopftechniken auch als Gefühlsstörungstechniken beschreiben, da sie an der Schnittstelle der Emotionen zur Aussenwelt, dem Körper also, verstörende Stimuli setzen und somit afferente (also zum zentralen Nervensystem hinziehende) Impulse verursachen, die das körperlich-emotionale Erleben verändern. (aus Buch: Klopfen mit PEP Seite 45)

Die besten Konservierungsmittel für seelisches Leid: Die "Big-Five" Lösungsblockaden

1. Selbstvorwürfe

Kern: Innere Angriffe gegen das Selbst
Typische Muster: „Ich bin nicht gut genug.“ – „Ich hätte es besser machen müssen.“
Emotionen: Scham, Selbstkritik, Perfektionismus
Körperreaktionen: Enge, Kollaps, flache Atmung
Wirkung: Verlust von Selbstwert und Handlungsfähigkeit
PEP‑Interventionen: Klopfen, Selbstakzeptanz, humorvolle Entlastung


2. Fremdvorwürfe

Kern: Schuldzuweisungen nach außen
Typische Muster: „Die anderen sind schuld.“ – „Wenn er/sie anders wäre…“
Emotionen: Ärger, Ohnmacht, Enttäuschung
Körperreaktionen: Spannung, Hitze, Vorwärtsenergie
Wirkung: Verlust von Selbstwirksamkeit, Konflikte
PEP‑Interventionen: Klopfen, Einflussbereich klären, Grenzen setzen


3. Erwartungshaltungen

Kern: Innere Regeln und starre Soll‑Vorstellungen
Typische Muster: „Ich muss…“ – „Er sollte…“
Emotionen: Druck, Kontrollstress, Frustration
Körperreaktionen: Starre, Druck im Brustkorb
Wirkung: Rigidität, Enttäuschung, Verlust von Flexibilität
PEP‑Interventionen: Klopfen, Regeln entkoppeln, flexible Ziele entwickeln


4. Altersregressionen

Kern: Rückfall in jüngere emotionale Zustände
Typische Muster: Hilflosigkeit, Trotz, Bedürfnis nach Rettung
Emotionen: Angst, Scham, Überwältigung
Körperreaktionen: Kollaps, weiche Knie, kindliche Mimik
Wirkung: Verlust des Erwachsenen‑Ich
PEP‑Interventionen: Erdung, Klopfen, Rückführung ins Heute, Ressourcen aktivieren


5. Dysfunktionale Loyalitäten

Kern: Unbewusste Bindungen an alte Systeme
Typische Muster: „Ich darf es nicht besser haben.“ – „Ich muss loyal bleiben.“
Emotionen: Schuld, Pflicht, Angst vor Verrat
Körperreaktionen: Schwere, Enge im Hals, Müdigkeit bei Erfolg
Wirkung: Selbstsabotage, innere Konflikte
PEP‑Interventionen: Klopfen, Bewusstmachen, neue Loyalität formulieren


Der provokative Kognitions-Kongruenz-Test (Prozess) (KKT)

Der Klient spricht laut oder leise einen Testsatz aus und spürt in sich hinein und sensibilisiert sich auf seine visuelle, kinästetische oder kognitive Antwort. Aus psychodynamischer Sicht werden so mögliche Widerstände / Blockaden sichtbar gemacht. (Seite 66)

Behandeln mit Selbstakzeptanzübungen: Selbstwerttraining mit PEP!     Selbstwerträuber entlarven, Selbstakzeptanz und Selbstwertstärkung durch Affirmationen und PEP (Seite 72)

 


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