Weisheiten und Lehren aus Kulturen der ganzen Welt in der Übersicht.
Landkarte der Mythologien der Welt. 
Weisheiten und Lehren aus anderen Kulturen.
Laotse war ein legendärer chinesischer Gelehrter, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll. Er gilt als Begründer des Daoismus, einer philosophisch-religiösen Idee vom ewigen Weltgesetz, dem Tao1. Das Tao wird als Zentrum allen Seins – Himmel, Erde, Mensch – verstanden. Etwas das ständig, ohne selbst tätig zu werden, die Welt neu entstehen lässt1.
Die Kernaussagen des Daoismus sind:
- Eine weltabgewandte Lebenshaltung des Nichthandelns, des Bemühens um ein gleichgewichtiges Verhältnis zwischen „Yin und Yang“ in allen Lebensbereichen – eine Haltung des „laisser faire“1.
- Das Ziel, menschliches Denken, Tun und Lassen in Einklang mit dem Tao zu bringen – „der Weg ist das Ziel“1.
- Die praktizierte Nächstenliebe, Tugend, Sittlichkeit sowie das Vermeiden von Haltlosigkeit und Ausschweifung2.
- Die mystischen und magischen Bräuche, die den Daoismus von dem anderen großen chinesischen Denkmodell, dem Konfuzianismus, unterscheiden2.
Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du die folgenden Links besuchen:
- Laotse und Daoismus - navigator-allgemeinwissen.de
- Laozi – Wikipedia
- Wer war Laotse? | Edition Ewige Weisheit
- Der Taoismus – Die Philosophie der Spontanität - sonamedic
Konfuzius war ein chinesischer Gelehrter, der im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. lebte. Er lehrte die Bedeutung von Moral, Bildung, Harmonie und Ordnung in der Gesellschaft. Er glaubte, dass jeder Mensch von Natur aus gut sei und sich durch lebenslanges Lernen verbessern könne. Er sah den „Edlen“ (jūnzĭ, 君子) als das Ideal eines moralisch guten Menschen an. Die Kernaussagen von Konfuzius sind in den „Gesprächen des Konfuzius“ (Lúnyǔ, 論語) zusammengefasst, die von seinen Schülern aufgezeichnet wurden. Sie basieren auf vier Grundlagen: 3
- Humanität (rén, 仁): die Tugend der Nächstenliebe, Güte und Mitgefühl
- Rechtschaffenheit (yì, 義): die Tugend der Gerechtigkeit, Pflicht und Loyalität
- Kindespietät (xiào, 孝): die Tugend der Ehrerbietung und Respekt gegenüber den Eltern und Ahnen
- Riten (lǐ, 禮): die Tugend der Höflichkeit, Etikette und Zeremonie
Konfuzius sagte: „Der Edle Mensch ist nicht ein Werkzeug.“ (Lúnyǔ, II,12) Er meinte damit, dass der Edle nicht nur blind Befehlen folgt, sondern selbstständig denkt und handelt. Er sagte auch: „Lernen ohne zu denken ist vergeblich, denken ohne zu lernen ist gefährlich.“ (Lúnyǔ, II,15) Er ermutigte seine Schüler, Fragen zu stellen, zu diskutieren und zu reflektieren.
Buddhismus 500 vor Chr. Die Kernaussagen des Buddhismus sind in den sogenannten Vier Edlen Wahrheiten zusammengefasst. Sie lauten wie folgt1:
- Die erste edle Wahrheit ist die Wahrheit vom Leiden. Sie besagt, dass alles Dasein mit Leiden verbunden ist, das aus Unzufriedenheit, Anhaftung, Unwissenheit und Vergänglichkeit entsteht.
- Die zweite edle Wahrheit ist die Wahrheit von der Ursache des Leidens. Sie besagt, dass das Leiden durch das Begehren nach sinnlichen Genüssen, nach Dasein und nach Nicht-Dasein verursacht wird.
- Die dritte edle Wahrheit ist die Wahrheit von der Aufhebung des Leidens. Sie besagt, dass das Leiden aufhört, wenn das Begehren aufhört.
- Die vierte edle Wahrheit ist die Wahrheit vom Weg zur Aufhebung des Leidens. Sie besagt, dass es einen achtfachen Pfad gibt, der zu Weisheit, Ethik und Meditation führt und das Leiden beendet.
Wie auch Hinduismus und Taoismus ist Buddhas Lehre eine Erfahrungsreligion. Ziel ist die Entwicklung des eigenen Geistes, die "Buddha-Natur" zu erlangen. Damit ist gemeint, dass in jedem Menschen die Fähigkeit zur Erleuchtung bereits vorhanden ist. Der Weg dorthin führt über Selbstständigkeit und Eigenverantwortung des Menschen.
Im Buddhismus gibt es daher wenig Vorschriften von außen. Buddhas Belehrungen sollen bewusst hinterfragt und durch die eigenen Erfahrung überprüft werden. "Triffst Du Buddha, töte ihn", lautet ein berühmtes Zitat, das dies ausdrückt.
Der Hinduismus ist eine der ältesten und vielfältigsten Weltreligionen, die vor allem in Indien verbreitet ist. Er hat keine eindeutige Gründungsperson oder ein einheitliches Glaubensbekenntnis, sondern besteht aus vielen verschiedenen Strömungen, Traditionen und Göttern. Die Anfänge des Hinduismus gehen bis auf die Indus-Kultur der Bronzezeit zurück (ca. 2500–1500 v. Chr.). Aus der Steinzeit ist leider fast nichts bekannt. Der Glaube der Völker rund um den indischen Fluss "Indus" wies bereits viele Elemente auf, die man im heutigen Hinduismus findet. Die heilige Schrift der Veden: Die "Veden" (auch der "Veda") bedeuten übersetzt "Wissen". Diese heilige Schrift ist die älteste Textsammlung indischer religiöser Texte, die heute erhalten ist. Sie wurde früher auswendig gelernt und mündlich sehr akkurat weitergetragen. Ab dem 5. Jahrhundert gab es wahrscheinlich vereinzelt auch schriftliche Aufzeichnungen.
Einige der wichtigsten Kernaussagen des Hinduismus sind:
- Die Existenz eines ewigen, allumfassenden und transzendenten Prinzips, das als Brahman bezeichnet wird. Brahman ist die Quelle und das Ziel aller Existenz und kann in verschiedenen Formen und Namen verehrt werden.
- Die Anerkennung der Vielfalt der göttlichen Manifestationen, die als Deva (Götter) oder Devi (Göttinnen) bekannt sind. Die beliebtesten Gottheiten sind Vishnu, Shiva und Shakti, die jeweils viele Aspekte und Inkarnationen haben.
- Die Annahme des Gesetzes von Karma, das besagt, dass jede Handlung eine Folge hat, die sich auf das Schicksal des Individuums auswirkt. Karma bestimmt auch die Wiedergeburt (Samsara) in verschiedenen Lebensformen, die von der Reinheit oder Unreinheit der Taten abhängen.
- Die Suche nach der Befreiung (Moksha) aus dem Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt, die durch verschiedene Wege erreicht werden kann, wie z.B. ethisches Handeln (Dharma), Hingabe (Bhakti), Erkenntnis (Jnana) oder Meditation (Yoga).
- Die Achtung vor der Heiligkeit des Lebens, die sich in der Gewaltlosigkeit (Ahimsa), der Vegetarismus, der Tierliebe und dem Umweltschutz ausdrückt.
- Die Beachtung der sozialen Ordnung (Varna), die die Menschen in vier Hauptklassen einteilt: Brahmanen (Priester und Gelehrte), Kshatriyas (Krieger und Herrscher), Vaishyas (Händler und Bauern) und Shudras (Diener und Arbeiter). Darüber hinaus gibt es die sogenannten Unberührbaren (Dalits), die als außerhalb des Systems stehend angesehen werden.
- Die Wertschätzung der kulturellen Vielfalt, die sich in der Kunst, der Literatur, der Musik, der Architektur, der Philosophie und den Festen des Hinduismus widerspiegelt.
Wenn du mehr über den Hinduismus erfahren möchtest, kannst du dir einige der folgenden Webseiten ansehen:
- Hinduismus: Entstehung, 8 Kernaussagen & 8 Götter
- Hinduismus – Wikipedia
- Der Hinduismus | wissen.de
- Kinderzeitmaschine ǀ Was ist Hinduismus?
- Kastensystem im Hinduismus: Einfach erklärt | FOCUS.de
Die Geschichte der Philosophie
Das Wort Philosophie wurde wohl durch den Griechen Thales von Milet (624 bis 546 vor Christus) kreiert. "Philosophie" heißt wörtlich übersetzt nichts anderes als "Liebe zur Weisheit" ("philia" bedeutet "Liebe", "sophia" bedeutet "Weisheit").
Bevor die ersten griechischen Philosophen die Bühne der Weltgeschichte betraten, gab es zwei bedeutende und umfangreiche Schriftzeugnisse aus der Zeit um 800 vor Christus, in denen man den Ursprung der europäischen Geistesgeschichte schlechthin sieht: die "Ilias" (sie erzählt vom "Trojanischen Krieg", in dem die Griechen die Stadt Troja erobern und zerstören) und die "Odyssee" (sie erzählt von der abenteuerlichen Heimkehr des griechischen Helden Odysseus nach dem Trojanischen Krieg). Als ihr Urheber gilt der blinde Dichter Homer, deshalb spricht man auch von den "homerischen Epen". "Epen" ist die Mehrzahl von "Epos", dieser Begriff steht für eine dichterische Erzählung.
Ein weiterer bedeutender Text über die griechische Mythologie stammt von dem im achten vorchristlichen Jahrhundert geborenen Dichter Hesiod - lange Zeit hatte man den griechischen Mythos zuvor nur mündlich weitergegeben. Sein Werk, die so genannte "Theogonie", beschreibt die Entstehung der Welt und der Götter - wörtlich übersetzt bedeutet "Theogonie" soviel wie "Göttergeburt". Demnach ist die Welt aus dem Chaos entstanden - die Götter der "Hellenen" (so nannten sich die Griechen) mit ihrem höchsten Gott Zeus gingen schließlich siegreich aus dem Kampf mit dem alten Göttergeschlecht der "Titanen" hervor.
Die homerischen Epen verkörperten das mythische Weltbild der alten Griechen - die Geschicke der Menschen wurden hier von den übermächtigen Göttern gelenkt, die auf dem Berg Olymp wohnten. Die Vorsokratiker, also alle vor Sokrates lebenden und wirkenden griechischen Philosophen, setzten den homerischen Epen und Hesiods Götterwelt in der Zeit zwischen 600 und 400 vor Christus ihre "Naturphilosophie" entgegen - in der Geschichtsschreibung gilt diese Phase als Beginn der europäischen Philosophie.
Kann man wirklich sagen, dass die Geschichte der Philosophie zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort ihren Anfang nahm? "Ja!", sagen manche, und sehen in den alten Griechen in der Zeit ab dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert die Erfinder zumindest der europäischen Philosophie. Berühmt sind heute vor allem drei griechische Philosophen der Antike, nämlich Sokrates, Platon und Aristoteles - die älteren Philosophen nennt man verallgemeinernd einfach "Vorsokratiker".
Die Eule der Göttin Athene symbolisierte im alten Griechenland die Weisheit - Philosophie verstand man als Streben nach Weisheit. (Quelle: Wikipedia)
Die älteren und oft nur mündlich überlieferten Weltbilder der Menschen wurden später auch als "Mythos" bezeichnet und dem "Logos" der Philosophie gegenübergestellt - beide Begriffe stammen aus dem Altgriechischen und eignen sich gut, um die "Geburt" der Philosophie nachzuzeichnen. "Mythos" bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie "Erzählung", "Logos" hingegen benennt die geschriebene Rede und darüber hinaus allgemein die Vernunft. Auch das im Deutschen geläufige Wort "Logik" leitet sich von "Logos" ab.
Von den alten Mythen nimmt man an, dass sie die Wirklichkeit der Menschen zwar beschreiben konnten, ihr aber nicht mit "wissenschaftlicher Methode" auf den Grund gingen. Dem philosophischen Logos hingegen traut man zu, die menschliche Wahrnehmung der Wirklichkeit kritisch hinterfragt zu haben. Es geht also um eine ganz neue Einstellung des Menschen seiner Umwelt und sich selbst gegenüber. Durch diese neue Perspektive gewann der nach "Wahrheit" strebende Mensch neue Einsichten - "Philosophie" heißt wörtlich übersetzt nichts anderes als "Liebe zur Weisheit" ("philia" bedeutet "Liebe", "sophia" bedeutet "Weisheit"). Der Anspruch der Philosophie ist es, das eigene Selbst- und Weltbild einer kritischen Prüfung zu unterziehen.
Beginn der Philosophie in Griechenland
Thales von Milet: Er glaubte, dass der Grundbaustein der Welt das Wasser sei. Er hielt also etwas Stoffliches für das Wesentliche der Dinge, in der Philosophie nennt man diese Perspektive "Materialismus". (Quelle: Wikipedia)
Die ersten Vorsokratiker lebten an den griechisch besiedelten Küsten des Ägäischen Meeres - heute sind diese Gegenden teils griechisch und teils türkisch. (Damals war Griechenland in verschiedene Stadtstaaten aufgeteilt, die auch immer wieder miteinander in Konflikt gerieten.) Besonders die durch Handel reich gewordene Hafenstadt Milet gilt als eine Wiege der frühen griechischen Philosophie. Das Interesse der Vorsokratiker galt zunächst einmal der Natur, weshalb sie auch als "Naturphilosophen" oder "Kosmologen" bezeichnet wurden - "Kosmos" bedeutet "Ordnung der Welt".
Allgemein ging es darum, die Vorgänge in der Natur zu verstehen und zu erklären. In unterschiedlicher Weise wurden die Naturvorgänge auf "Urelemente" und "Prinzipien" zurückgeführt - ein Prinzip ist dasjenige, aus dem etwas anderes seinen Ursprung hat. So glaubte man zum Beispiel, dass ein einzelner Stoff wie das Wasser (bei Thales, 624 bis 546 vor Christus), das Feuer (bei Heraklit, 535 bis 475 vor Christus) oder die Luft (bei Anaximenes, 585 bis 524 vor Christus) der Kern für alles in der Natur sich Offenbarende sei. Auch Anaximander (611 bis 546 vor Christus) war ein bedeutender früher Philosoph - er stellte sich als Antriebskraft der Welt einen unsichtbaren und Bewusstsein besitzenden Stoff vor, den er "Apeiron" nannte.
Heraklit lehrte, dass die Natur und das Weltgeschehen - also das ganze "Sein" - sich in ständigem Wandel befindet. Man könnte bei Heraklit und seinen Anhängern vom Grundprinzip des "Werdens" sprechen. Die Gegenposition nahm der Philosoph Parmenides (520 bis 450 vor Christus) ein - bei ihm ist das eigentliche Sein unwandelbar, das Werden bloß eine Illusion. (Bei Platon werden diese beiden Positionen später kombiniert - er nahm einfach an, dass es zwei Welten gibt: die wandelbare Welt der "Erscheinungen" und die unwandelbare Welt der "Ideen".) Die für die frühen Vorsokratiker typische Vorstellung, dass sich alles in der Welt nur aus einem Element zusammensetzt oder aber nur einem Prinzip folgt, bezeichnet man auch als "Monismus" - "monos" ist ein Wort aus dem Griechischen und bedeutet "einzig".
Die Schule der Pythagoreer
Die Pythagoreer entdeckten die Ordnung der Mathematik in der Natur wieder, in der Philosophie ordnet man ihre Perspektive dem "Idealismus" zu. Abbildung: Die veränderte Größe von Glocken führt in gleichem Verhältnis zu veränderten Tonhöhen. (Quelle: Wikipedia)
Ein radikaler Neuansatz erfolgte im griechischen Siedlungsraum in Süditalien durch die "Pythagoreische Schule", benannt nach ihrem Begründer, dem Philosophen Pythagoras von Samos. Für die bestimmende Kraft innerhalb der Natur hielt man hier etwas, das selbst überhaupt nicht Teil der materiellen Welt ist, nämlich die Zahl. Pythagoras lebte von ungefähr 570 bis 510 vor Christus.
Die Zahl symbolisierte für die Pythagoreer so etwas wie ein geistiges Prinzip, das allen Naturerscheinungen zugrunde liegt. Die materielle Wirklichkeit folgt demnach einem kosmischen Ordnungsprinzip, und dieses wird sichtbar und nachvollziehbar in der Zahl und in der Mathematik. Die Pythagoreer verknüpften ihre philosophische Erkenntnis übrigens mit einer bestimmten Lebensform - sie lehnten den Verzehr von Fleisch ab, glaubten an die Wiedergeburt und sahen Männer und Frauen als gleichberechtigt an.
Bei den Pythagoreern zeigt sich die in der Philosophie sehr beliebte Unterscheidung zwischen "offensichtlicher" Wirklichkeit (auf Griechisch "phenomenon") und "wahrhaftiger" Wirklichkeit (auf Griechisch "noumenon"). Die verschiedenen philosophischen Schulen sahen in der "wahrhaftigen" Wirklichkeit entweder etwas Körperliches (dann spricht man von "Materialismus") oder etwas Geistiges (dann spricht man von "Idealismus"). Noch heute werden gegensätzliche philosophische Positionen oft entweder dem materialistischen oder dem idealistischen Lager zugerechnet.
Demokrits Atomlehre
Der Materialist Demokrit mutet sehr modern an: Er stellte sich die Welt aufgebaut aus einzelnen Atomen vor. Wenn wir etwas empfinden, dann ist der Grund dafür laut ihm die gegenseitige Berührung von Atomen. (Quelle: Wikipedia)
Die Vorstellung von Atomen, aus denen die ganze Welt zusammengesetzt ist, stammte ursprünglich von einem Philosophen namens Leukippos - dieser glaubte sogar, dass auch die menschliche Seele aus "Seelenatomen" aufgebaut sei. Sein Schüler Demokrit von Abdera (460 bis 371 vor Christus) nahm sich den Atomgedanken zum Grundsatz und gründete auf ihm ein ganzes philosophisches System.
Demokrit stellte die Theorie auf, dass die menschlichen Empfindungen dadurch zustande kämen, dass Atome die Sinnesorgane berührten - ein für die damalige Zeit erstaunlicher Gedanke. Die späteren materialistischen Naturforscher behaupteten nichts anderes. Die Welt im Ganzen hielt Demokrit für unzerstörbar, weil sie ja höchstens in die einzelnen Atome zerlegt werden könne. Die verschiedenen Atome - rund, glatt, krumm oder wie auch immer geformt - und das jeweilige Mengenverhältnis waren für ihn dafür verantwortlich, welche Beschaffenheit ein Stoff jeweils besitzt.
Es gab für Demokrit auch keine Götter, welche die Welt erschaffen haben könnten - seiner Weltsicht nach gehen die Atome den Naturgesetzen gemäß für alle Ewigkeit Verbindungen miteinander ein, die dann eben auch immer wieder gelöst werden (müssen). Demokrit sah die Lebenseinstellung der Menschen ("Ethik") von seinen Erkenntnissen berührt - sein Ideal war die Gelassenheit ("Ataraxie"), zu der ein Mensch gelangt, der sich von allen "falschen" Hoffnungen, wie sie sich zum Beispiel in der Religion äußern, frei gemacht hat.
Philosophie als Beruf: Die Sophisten
Der Philosoph Platon, dargestellt vom mittelalterlichen Maler Raffael: Die Sophisten tauchen in den von Platon verfassten Dialogen immer wieder als Gesprächspartner des Sokrates auf. (Quelle: Wikipedia)
Die Sophisten waren eine Gruppe von Philosophen, die in der späteren Geschichtsschreibung oft eher negativ gesehen wurden. Das liegt daran, dass die ersten wirklich berühmten Philosophen Sokrates und Platon in ihnen ein Feindbild sahen. Das meiste, was von den Sophisten überliefert ist, stammt aber aus den Schriften Platons.
Im Wort "Sophist" steckt wie auch im Wort "Philosophie" das Wortelement "sophia", das soviel wie "Weisheit" bedeutet. Der Philosoph ist der Überbringer dieser Weisheit, also ein Lehrer. In der Tat waren die Sophisten ausgebildete Philosophen, die ihre Dienste gegen Geld anboten.
Gerade darin sah Platon später etwas Problematisches - er kritisierte, dass es bei den Sophisten nicht mehr um die Erkenntnis selbst ginge, sondern vielmehr um den Schein. Die Sophisten unterwiesen ihre Schüler in der Kunst der Rede ("Rhetorik"). Platon verstand das so: Derjenige, der besser argumentieren kann, hat Recht - egal ob seine Erkenntnis "wahrhaftig" ist oder nicht. Wer im alten Griechenland die Kunst der Rede beherrschte, konnte auf eine erfolgreiche Karriere hoffen. Deshalb waren die Sophisten beliebte Dienstleister auch bei denen, die vor allem an Macht und Ansehen interessiert waren.
Die Sophisten unterschieden sich von den älteren Vorsokratikern dadurch, dass sie vor allem das menschliche Wesen zu ihrem Untersuchungsgegenstand machten - "Der Mensch ist das Maß aller Dinge", soll der berühmte Sophist Protagoras gesagt haben. Die Lehren der Sophisten kreisten vor allem um Politik und Ethik, an der Naturphilosophie waren sie weniger interessiert als ihre philosophischen Vorgänger. Die Wahrheit war in ihren Augen etwas mit dem Standpunkt des Menschen sich Wandelndes, wohingegen die älteren Vorsokratiker und auch ihr späterer "Gegner" Platon darin etwas Absolutes sahen.
Kluge Denker und weise Philosophen, die Götterwelt des Olymps, die Akropolis in Athen... Würde man alles aufzählen, was einem zum antiken Griechenland einfällt, käme eine ganz schön lange Liste zusammen. Schließlich hatten die alten Griechen großen Einfluss auf spätere Kulturen, auch auf unsere. Was war das Besondere an der griechischen Kultur, in welchen Bereichen hat sie uns geprägt und was machte das Leben der Griechen aus?
Überreste des Poseidontempels auf der griechischen Halbinsel Attika (Quelle: Fotograf: Bildpixel | Pixelio.de)
Eigentlich ist es eine Verallgemeinerung, wenn man heutzutage von "den alten Griechen" spricht. Denn sie lebten gar nicht alle in einem großen Land wie es heute zum Beispiel in Ländern wie Frankreich oder Deutschland der Fall ist, sondern in vielen kleinen Ländern. Das Zentrum jedes Landes bildete die so genannte "Polis" - das war eine Art Stadtstaat.
Vergleichen könnte man die damaligen Stadtstaaten mit den deutschen Städten Bremen und Hamburg, die nicht nur einfache Städte, sondern gleichzeitig auch Bundesländer sind. Diese Stadtstaaten hatten oft Streitigkeiten miteinander, es wurden auch nicht selten Kriege geführt. Aber sie hatten auch sehr viel gemeinsam, denn sie sprachen dieselbe Sprache, benutzten dieselbe Schrift und sie beteten zu den gleichen Göttern.
Die Demokratie als "Erfindung der Griechen"
Auf dem Bild ist die berühmte Akropolis von Athen zu sehen. (Quelle: Wikipedia)
Am Anfang hatten alle Stadtstaaten der Griechen noch Könige, es herrschte also eine Monarchie (das ist die Herrschaft eines Einzelnen). Aber nach und nach setzte sich in allen Königreichen mit Ausnahme von Sparta und seinen Verbündeten die Demokratie durch. Das Wort "Demokratie" bedeutet soviel wie "Herrschaft des Volkes".
Bei uns ist es selbstverständlich, dass Frauen und Männer wahlberechtigt sind. Im alten Griechenland berieten nur alle freien Männer über die wichtigen Angelegenheiten im Staat. Sklaven und Frauen durften nicht mitbestimmen. Betreffend der Politik hatten die alten Griechen also eine ziemlich enge Vorstellung davon, wer zum Volk gehörte und wer nicht. Das ändert aber nichts daran, dass das Staatssystem der Demokratie eine Erfindung der alten Griechen war, die sich bis heute weiterentwickelt und in vielen Ländern der Erde durchgesetzt hat.
Große Philosophen, Denker und Dichter
Der berühmte griechische Philosoph Platon (links) mit seinem Schüler Aristoteles (Quelle: Wikipedia)
Aber die Demokratie ist bei Weitem nicht die einzige Erfindung, für die die alten Griechen berühmt sind und die bis heute nachwirkt. Die Griechen waren zum Beispiel die Vorreiter der Theaterkunst und natürlich die Begründer der Olympischen Spiele, die damals abgehalten wurden, um griechische Götter zu ehren. Viele Griechen haben ihre Gedanken und Errungenschaften schriftlich festgehalten und konnten deshalb großen Einfluss auf spätere Kulturen nehmen. Dazu gehört zum Beispiel der Philosoph und Mathematiker Pythagoras, dessen Namen noch heute jeder Mathe-Schüler kennen dürfte.
Auf die Gedanken und Lehren des bedeutenden Philosophen Sokrates (469-399 v. Chr.) und dessen Schüler Platon (ca. 428-348 v. Chr.) bauen viele spätere Philosophien auf, sie werden heute wie damals diskutiert. Der berühmte Philosoph Aristoteles, der von 384 bis 328 vor Christus lebte, war wiederum ein Schüler Platons. Er kam im Alter von 17 Jahren nach Athen, dem damaligen Zentrum der Philosophie, und trat in Platons Akademie ein. Aristoteles hat nicht nur die Philosophie, sondern viele weitere wissenschaftliche Disziplinen wie Logik, Ethik, Dichtkunst, Physik oder Staatslehre maßgeblich beeinflusst. Und auch die großen Werke Homers, dem "ersten Dichter des Abendlandes", werden nach wie vor gelesen und bewundert.
Das griechische Alphabet
Büste des griechischen Philosophen Aristoteles (Quelle: Wikipedia)
Ebenfalls wichtig und einflussreich war die Schrift der Griechen. Sie war tatsächlich die erste Schrift, die man so schreiben konnte, wie man sie sprach, weil jeder Laut einem eigenen Buchstaben entsprach. Es gab sowohl Buchstaben für Vokale (heute A, E, I, O, U) als auch für Konsonanten (zum Beispiel B, R, S, T und so weiter). Man konnte die Schrift also genauso lernen und anwenden, wie es uns auch bei unserer heutigen Schrift möglich ist.
Andere Völker nahmen sich die griechische Schrift zum Vorbild, wie zum Beispiel die Römer. Sie wandelten die Buchstaben ab, aber das Prinzip blieb dasselbe - bis heute, denn wir benutzen noch immer die römischen Buchstaben. In der Wissenschaft, zum Beispiel in der Mathematik, werden allerdings heute noch oft griechische Buchstaben verwendet.
Eroberungen Alexanders des Großen und Machtgewinn Roms
Die griechische Kultur dominierte nach den Eroberungen Alexanders des Großen in Syrien, Ägypten und Makedonien. (Quelle: Wikipedia)
Durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen (356-323 vor Christus), damaliger König von Makedonien, verlor Athen seine bedeutende Stellung. Im Zeitalter des so genannten "Hellenismus" war die griechische Kultur schließlich in den drei großen hellenistischen Reichen, nämlich in Ägypten, Syrien und Makedonien, vorherrschend.
Die Reiche wurden jedoch später von den Römern erobert, die seit etwa 50 vor Christus die Führungsrolle übernahmen. In der Spätantike waren dann die lateinische Sprache und die römische Kultur dominierend. Was jedoch entscheidend ist: Auch Rom war zuvor eine Provinz griechischer Kultur gewesen - diese hatte also die römische entscheidend geprägt. So einflussreich, wie die griechische Kultur auf kommende Kulturen war, kann man sich nur schwer vorstellen, wie unser Leben heute aussehen würde, hätte es die alten Griechen nicht gegeben.