PEP Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie

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Definition und methodisches Vorgehen

Klopftechniken sind eine Gruppe psychotherapeutischer Methoden, bei denen spezifische Hautpunkte (aus der Akupunktur übernommen) mit den Fingern beklopft werden, während der Patient auf eine belastende Emotion oder Erinnerung fokussiert.

Das Standard-Sitzungsprotokoll

  1. Aktivierung: Mentale Aktivierung des Themas durch gezieltes Nachfragen zu inneren Bildern, Körpergefühlen und Gedanken.
  2. SUD-Skala: Einschätzung der Belastung auf der „Subjective Unit of Distress“-Skala (0–10).
  3. Selbstakzeptanz-Affirmation: Aussprechen eines Satzes wie: „Auch wenn ich dieses Problem habe, achte und schätze ich mich so, wie ich bin“, während ein Punkt unter dem Schlüsselbein gerieben wird.
  4. Klopffolge: Rhythmische Stimulation von 7 bis 16 Hautpunkten an Hand, Gesicht und Rumpf während der Konfrontation.
  5. Zwischenentspannung (9-Gammut-Sequenz): Eine spezifische Folge von Augenbewegungen, Summen und Zählen zur weiteren Regulation.
  6. Re-Evaluierung: Erneute Messung des SUD-Werts, bis dieser auf ein Minimum (0–3) gesunken ist.
Ziele der PEP-Methode
  • Leidensminderung und Emotionsregulation: Das oberste Therapieziel ist es, Klienten von ihrem Leiden zu befreien und ihr subjektives Wohlbefinden zu verbessern. Dies geschieht unter anderem durch die schnelle Verstörung und Regulation von belastenden, para-/dysfunktionalen Emotionen (wie Angst, Wut oder Scham) durch das Selbstbeklopfen.
  • Aufspüren und Lösen der „Big-Five-Lösungsblockaden“: Ein Kernziel ist das Beseitigen von psychodynamischen Blockaden, die einer Heilung im Weg stehen. Zu diesen fünf Blockaden gehören: Selbstvorwürfe, Vorwürfe anderen gegenüber, Erwartungshaltungen, Altersregression (sich innerlich klein/hilflos fühlen) und para-/dysfunktionale Loyalitäten. Fachbericht Die Big-Five-Lösungsblockaden in der PEP-Methode Big five Losungsblockaden in PEP herunterladen
  • Verbesserung der Selbstbeziehung und Selbstakzeptanz: Durch Selbststärkungs- und Selbstakzeptanzaffirmationen (z. B. „Auch wenn ich dieses Problem habe, liebe und akzeptiere ich mich…“) sollen ungeliebte Persönlichkeitsanteile integriert und der innere Kampf gegen sich selbst beendet werden.
  • Steigerung des Selbstwertgefühls: Die Arbeit am Selbstwertgefühl der Klienten nimmt eine zentrale Rolle ein (Selbstwerttraining). Dabei werden gezielt „Selbstwerträuber“ identifiziert und durch ressourcenorientierte Affirmationen in „Selbstwertspender“ transformiert.
  • Selbstwirksamkeitserfahrung und Selbstfürsorge: Durch das Erlernen der Klopftechniken erhalten Klienten ein Werkzeug für das emotionale Selbstmanagement, das sie auch unabhängig vom Therapeuten im Alltag anwenden können. Dies fördert massiv das Erleben von Selbstwirksamkeit und trainiert die aktive Selbstfürsorge

Zentrale Idee von PEP

Emotionale Blockaden lösen – Selbstwirksamkeit stärken – Körper und Psyche integrieren.

Gemäss der Aussage des Neurobiologen Antonio Damasio, dass der Körper als die Bühne der Gefühle betrachtet werden kann, kann man die Klopftechniken auch als Gefühlsstörungstechniken beschreiben, da sie an der Schnittstelle der Emotionen zur Aussenwelt, dem Körper also, verstörende Stimuli setzen und somit afferente (also zum zentralen Nervensystem hinziehende) Impulse verursachen, die das körperlich-emotionale Erleben verändern. (aus Buch: Klopfen mit PEP Seite 45)

Die besten Konservierungsmittel für seelisches Leid: Die "Big-Five" Lösungsblockaden

1. Selbstvorwürfe

Kern: Innere Angriffe gegen das Selbst  Typische Muster: „Ich bin nicht gut genug.“ – „Ich hätte es besser machen müssen.“
Emotionen: Scham, Selbstkritik, Perfektionismus  Körperreaktionen: Enge, Kollaps, flache Atmung  Wirkung: Verlust von Selbstwert und Handlungsfähigkeit 
PEP‑Interventionen: Klopfen, Selbstakzeptanz, humorvolle Entlastung


2. Fremdvorwürfe

Kern: Schuldzuweisungen nach aussen   Typische Muster: „Die anderen sind schuld.“ – „Wenn er/sie anders wäre…“
Emotionen: Ärger, Ohnmacht, Enttäuschung  Körperreaktionen: Spannung, Hitze, Vorwärtsenergie  Wirkung: Verlust von Selbstwirksamkeit, Konflikte
PEP‑Interventionen: Klopfen, Einflussbereich klären, Grenzen setzen


3. Erwartungshaltungen

Kern: Innere Regeln und starre Soll‑Vorstellungen   Typische Muster: „Ich muss…“ – „Er sollte…“  Emotionen: Druck, Kontrollstress, Frustration
Körperreaktionen: Starre, Druck im Brustkorb  Wirkung: Rigidität, Enttäuschung, Verlust von Flexibilität
PEP‑Interventionen: Klopfen, Regeln entkoppeln, flexible Ziele entwickeln


4. Altersregressionen

Kern: Rückfall in jüngere emotionale Zustände  Typische Muster: Hilflosigkeit, Trotz, Bedürfnis nach Rettung
Emotionen: Angst, Scham, Überwältigung  Körperreaktionen: Kollaps, weiche Knie, kindliche Mimik  Wirkung: Verlust des Erwachsenen‑Ich
PEP‑Interventionen: Erdung, Klopfen, Rückführung ins Heute, Ressourcen aktivieren


5. Dysfunktionale Loyalitäten

Kern: Unbewusste Bindungen an alte Systeme  Typische Muster: „Ich darf es nicht besser haben.“ – „Ich muss loyal bleiben.“
Emotionen: Schuld, Pflicht, Angst vor Verrat  Körperreaktionen: Schwere, Enge im Hals, Müdigkeit bei Erfolg  Wirkung: Selbstsabotage, innere Konflikte
PEP‑Interventionen: Klopfen, Bewusstmachen, neue Loyalität formulieren


Der provokative Kognitions-Kongruenz-Test (Prozess) (KKT)

Der Klient spricht laut oder leise einen Testsatz aus und spürt in sich hinein und sensibilisiert sich auf seine visuelle, kinästetische oder kognitive Antwort. Aus psychodynamischer Sicht werden so mögliche Widerstände / Blockaden sichtbar gemacht. (Seite 66)

Behandeln mit Selbstakzeptanzübungen: Selbstwerttraining mit PEP!     Selbstwerträuber entlarven, Selbstakzeptanz und Selbstwertstärkung durch Affirmationen und PEP (Seite 72)


Link zu praktische Umsetzung

Wirkhypothese - Neurobiologische Reorganisation neuronaler Netzwerke

Die neurobiologische Wirkhypnothese geht davon aus, dass durch die Aktivierung unterschiedlicher neuronaler Zentren (durch Klopfen, Augenbewegungen etc.) und die gleichzeitige Aktivierung störender Gefühle, eine Reorganisation neuronaler Netzwerke stattfindet. Grundlage dafür bildet die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns zum Umlernen. Damit scheint es möglich, störende Gedanken und Gefühle zu regulieren (vergl. Bohne 75ff). Auch die Hirnforschung bestätigt, dass die Amygdala, welche mit negativen Empfindungen wie zum Beispiel Angst, Trauer und Wut im Zusammenhang steht, offensichtlich durch Glücksgefühle zum Schweigen gebracht wird.

Wirkhypothese - Reziproke Hemmung

Die Wirkhypothese der reziproken Hemmung geht davon aus, dass die Kombination von Klopfen, Augenbewegungen, tiefen Atemzügen eine Entspannung bewirkt, die den zuvor aktivierten Stress günstig beeinflusst. Aus der Forschung ist bekannt, dass Entspannung und Stress nicht gleichzeitig erlebt werden können (reziproke Hemmung) (vergl. Bohne S. 79).

Wirkhypothese - Positive Kontroll- und Selbstwirksamkeitserfahrung

Eine weitere Wirkhypothese bezieht sich auf die positive Kontroll- und Selbstwirksamkeitserfahrung. Nach Grawe (vergl. 2004, s. 372 - 485) spielt für eine wirksame Psychotherapie die Vermittlung einer positiven Kontrollerfahrung und selbstwerterhöhenden Erfahrungen eine zentrale Rolle. Beim Arbeiten mit PEP® macht der Klient eine positive Selbsterfahrung, da er seine emotionale Belastung durch selbstbeklopfen lösen kann. Dies kann als ein Kompetenzzuwachs verstanden werden.

Wirkhypnothese - Beruhigung durch Selbstberührung

Eine weitere Wirkhypothese für das Klopfen nach PEP® ist die Beruhigung durch Selbstberührung. Scheinbar führt das Berühren, welches bei PEP® durch Klopfen der verschiedenen Punkte stattfindet, zu einer Beruhigung der Affekte. Dieser Umstand macht sich nach Studien schon der Fötus im Mutterleib zu Nutze. Grunwald weißt in seinem Buch „Homo Hapticus: Warum wir ohne Tastsinn nicht leben können“ nach, dass bereits das ungeborene Kind bei Stress sich selbst berührt und damit scheinbar den erlebten Stress zu absorbieren versucht. Es wird vermutet, dass durch die Selbststimulation körpereigene Substanzen ausgeschüttet werden, was zusammen mit der Selbstberührung eine physiologische und emotionale Beruhigung bewirkt (vergl. Grundwald S. 34ff).

Ein weiterer wichtiger Punkt den ich hier noch erwähnten möchte ist der Beziehungsaspekt. Denn wir heute in vielen Ansätzen bekannt, haben viele Schwierigkeiten die wir erleben ihren Ursprung in einer Beziehungsstörung. Dies macht auch Sinn, da ein großer Teil unseres erwachsenen Lebens sich auf die Beziehungserfahrung in unserer Kindheit und Jugend stütz. Dr. Michael Bohne der Entwickler von PEP® ist es gelungen, diesen Beziehungsaspekt in seine Klopfmethode zu integrieren. Weitere Informationen zu den Wirkhypnothesen finden Sie in dieser Leseprobe. Der Ansatz von Dr. Michael Bohne ist mir persönlich sehr sympathisch. Nicht nur aufgrund der nachvollziehbaren Erklärung der Wirkung. Sondern auch, da er in seiner Klopftechnik Humor und Leichtigkeit integriert. Den viele Therapeuten und Coaches schwingen sich oft vollkommen in das Problem des Klienten ein. Nicht das dies nicht gut wäre, aber es sollte auch immer einen Punkt geben, wo diese Schwere und Betroffenheit wieder verlassen werden kann. Ziel sollte es aus meiner Sicht immer sein den Klienten in seiner Selbstwirksamkeit zu unterstützen. Da bildet Humor und Leichtigkeit auch bei schweren Themen oft Hilfe zur Selbsthilfe. Habe ich Ihr Interesse an der EFT Methode resp. der Weiterentwicklung der Klopftechnik nach PEP® geweckt? Ich würde mich freuen, Sie einen Schritt bei der Auflösung Ihrer Ängste und Blockaden zu begleiten. Quelle: Bohne 615-544-9187 , M. (2016). Klopfen mit PEP: Prozess-und Embodimentfokussierte Psychologie in Therapie und Coaching. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, 2013. Carl Auer Verlag. Grawe, K. (2004). Neuropsychotherapie. Hogrefe Verlag. Grundwald M. (2017). Homo Hapticus: Warum wir ohne Tastsinn nicht leben können. Droemer HC

PEP: Ihre Wirkhypothesen sind an den Ergebnissen der Psychotherapieforschung angelehnt, und ihre Tools werden „untechnisch“ in Psychotherapie und Coaching integriert. In der Praxis beschleunigt PEP so den diagnostischen wie den therapeutischen Prozess deutlich. Das vorliegende Buch beschreibt diese prozessorientierte Weiterentwicklung des Klopfens (PEP) und ihre psychodynamisch-systemisch-hypnotherapeutische Einbindung. Nach einer ausführlichen Darstellung der Grundlagen und Vorgehensweisen durch den Herausgeber demonstrieren 16 erfahrene Anwender, wie sich PEP in verschiedenste Arbeitsweisen integrieren lässt. Ein Buch von Praktikern für Praktiker, mit Übungen, die sich in der Praxis als sicher und effektiv bewährt haben.


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